Gesellschaft,  Liebe

Zu zweit erfährt man die Welt völlig neu.

Ich sehne mich heute nach
Paar-Langeweile. Ich würde auch so gern durch DM laufen und „Schatz,
wenn wir italienisch kochen wollen, müssen wir noch einkaufen. Ich
glaube wir haben keine Tomaten mehr“ sagen. Angekommen im Kaisers
möchte ich ihn fragen, ob er an die Butter gedacht hat. Das klingt
alles sehr simpel und banal, aber die fehlenden Tomaten für die
abendliche Pasta am heimischen Tisch sind ein so hübsches Problem,
dass ich es gerne hätte.
Ein bisschen Alltag zusammen
verbringen und den Einkauf mit einem kurzen Kuss oder einem
liebevollen Blick zu einem positiv beladenen Erlebnis zu gestalten, scheint mir eine Vorstellung, die es zu respektieren lohnt. Denn wenn das Nützliche zum Angenehmen wird, hat man doch schon halb gewonnen.
Vielleicht sollten manche Paare sich
auch einmal von außen betrachten und sehen und erkennen, dass es
schöner ist, mit jemandem an das Olivenöl zu denken, den man gern
hat, als es alleine zu vergessen und morgen wieder in den Supermarkt
rennen zu müssen.
Tomaten kaufen ist natürlich kein
besonderes Erlebnis, aber man muss seine Lebensmittel nicht alleine
tragen. Man spart sich auch den sich-über-die-eigene-Vergesslichkeit-ärgernden zweiten Weg. Und es zeigt eine gewisse alltägliche Intimität. Die Einkäufe mit dem anschließenden gemeinsamen Kochen erzählen auch von einem Moment, in dem man
sich an der Anwesenheit des Anderen erfreut; in dem man einfache Dinge mit dem Gegenüber teilt. Weil das Teilen von tagtäglicher Banalität das Besondere am Tag sein
kann.
Denn wie sagt Badiou: zu zweit erfährt
man die Welt völlig neu.

 

Ein Kommentar

  • Ilona von denkARTig

    Einwirklich sehr reizender und netter Gedanke. Doch die Realität in einer Beziehung sieht leider meist anders aus. Und das ist verdammt schade!. Denn genau diese Situationen sind das grandiose an und in einer Beziehung. Nur wertschätzen wir sie nicht. Mag auch ein Grund dafür sein, dass viele Beziehungen zerbrechen. Wir sehen das Glück, die Vertrautheit und die Zusammengehörigkeit nicht in den kleinen alltäglichen Dingen. Sondern suchen sie immer in besonderen Momenten. Ist auf Dauer keine gute Idee.

    Ach ja, die Liebe….. 😉

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