Umweltbewusstsein im Kampf mit dem Kaffeedurst. Studenten und ihr flüssiges Schutzschild.

Die vorlesungsfreie Zeit ist vorbei ihr
Schlafmützen! Auf, auf in die Audimäxchen dieser Republik! Kratzt
ihr euch noch die letzten Klümpchen Berghain-Dreck aus den
Augenwinkeln? Na dann auf zum nächsten Coffe-to-go-Dealer und
besorgt euch einen Schluck Lebenselixier.
von Jason V from Vancouver, Canada (one stuffed festival-happy trashbin) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons
Ach so ein Käse, das muss ich euch
doch gar nicht sagen. Denn als Student huldigt man der „Ohne Kaffee
bin ich gar nicht zu gebrauchen“ und „Den Tag hätte ich nie ohne
Kaffee überstanden“-Attitüde. Die Rolle des dauergestressten
Gender-Lehrlings scheint sich so wunderbar an euer Ego zu schmiegen
wie der muffige 6-Meter-Schal an euren nun nicht mehr vorhandenen
Hals. So sieht man sie nun sitzen, laufen und stehen:
Kopf-auf-den-Schultern-Menschen von 19 bis 35, bewaffnet mit einem
Becher. Dieser kann jeglicher Couleur sein: Die Tasse vom
Schwulenreferat, der Pappbecher aus der Backfactory oder das
Mitnehmbehältnis der Oberklasse: ein Edelstahl-Thermobecher von
Starbucks.
Mariana ruiz LadyofHat via Wikimedia Commons
Doch dieser Becher wird nicht nur
aufgrund seines aufmunternden Inhalts so heiß und innig geliebt. Er
scheint dem Studenten auch ein Alibi zu sein. „Was Marthe, du warst
gestern auch bei den Fahrradständern? Ich hab dich gar nicht
gesehen.“ Natürlich, den weißen Plastikmüll von der Pappe zu
friemeln um an den letzten Rest H-Milchschaum zu gelangen war in dem
Moment eine gute Lösung um nicht in Marthes Richtung schauen zu
müssen.
Einem Schutzschild gleich positioniert
der Student den Mitnehmkaffee in Brusthöhe und will damit
Unannehmlichkeiten abwehren: die Antwort auf die eben gestellte Frage
war falsch? Na, ich bin ja auch sooo müde. Sieh, schon mein dritter
Kaffee heut!
Ich habe deinen Geburtstag vergessen?
Ach du meine Güte, ich bin so im Stress, ich vergesse einfach alles.
Vielleicht sollte ich nicht mehr soviel Kaffee trinken, dann schlaf
ich auch besser. Mein Koffeinkonsum ist in letzter Zeit abartig.
Ich hoffe nur sehr für euch, liebe
Leute, dass ihr den Kaffee Fairtrade trinkt und den Becher aus
Porzellan benutzt. Ansonsten ist eure gebetsmühlenartige
Umweltfreundlichkeitspredigt für die schwarze Tonne. Denn Einwegbecher allein verursachen 40.000 Tonnen Müll pro Jahr in Deutschland..

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