• Berlin,  Gesellschaft

    Zehn Minuten Berlin

    Der Wind weht lau an diesem Freitagmorgen. Die Sonne verheißt einen flirrendwarmen, sommerlichen Tag. Ich nehme den Weg durch den angrenzenden Park, denn ich möchte an diesem unschuldigen Morgen die mehrspurige Hauptstraße und das besetzte Haus auf der linken Seite umgehen.  Auf dem Platz vor dem Park begegne ich einem Obdachlosen. In seiner Wange, seinem Kinn und seinen Nasenflügeln hat er münzgroße Löcher. Er liegt nicht auf sondern hinter seiner Stammparkbank auf dem steinigen Boden. Er beobachtet die vorbeiziehenden Wolkenfelder, doch sein Gesicht sieht man kaum, denn seine schwarzen Dreadlocks hängen ihm tief ins Gesicht. Trotz der milden Temperaturen hat er seine dunkle Wollmütze bis zu den Augen heruntergezogen. Auf…

  • Berlin

    Berlin ist… bettelnde Obdachlose mit IPhone.

    Berlin ist… wenn deine Obdachlosen vor der Sparkasse sitzen und betteln, während sie mit einem moderneren Smartphone als dem deinen Facebook checken. Ja, mein Handy hat bald das zweite Lebensjahr vollendet und es begibt sich mit riesigen Schritten in Richtung Sterbebett. Gut, es war von Anfang an kein Super-Mega-High-Tech-Luxus-Modell. Aber es hat Tasten und die Strahlungswerte scheinen in Ordnung (sofern so etwas überhaupt als ok eingestuft werden kann).  Jetzt hat aber jeder meiner Obdachlosen ein neueres Modell als ich und bei meinem muss ich den Stecker festhalten, damit es lädt… Ich scheine nicht darum herumzukommen, mir ein neues anzuschaffen. Doch auf der Suche nach einem Handy, das nicht zu 50%…

  • Berlin

    Berlin ist… ein Verkehrschaos.

    Da Kategorien wichtig für unser Gehirn sind, um die ganzen Sinneseindrücke, die jeden Tag auf uns einstürmen, zu verarbeiten, versuche ich mich jetzt auch an so einer Kategorie. Berlin ist… wenn die Ampeln an einer viel befahrenden Kreuzung, die noch von mehreren Straßenbahnen benutzt wird, einfach ausgeschaltet werden, sich ein Krankenwagen mit Martinshorn ankündigt und die verkehrsregelnden Polizisten um Punkt sieben ihre Kelle aus der Hand legen und den Feierabend antreten. Das heißt: was schon zuvor mit den sich zubrüllenden Beamten in Neonfarbe nicht funktionierte, bricht nun vollends in sich zusammen und einfach alle fahren los, um sich dann in der Mitte der Kreuzung zu begegnen. von Fridolin freudenfett (Peter…