• Sommer

    Ein Hoffnungsgedanke gen Sommer.

    Ich bin im Juli. Vielleicht auch August. Die Nacht hüllt die Stadt in ihr Kleid aus sterbender Hitze. Unter glühend roten Lampions und Reben voller Trauben summt die Musik. Ich beginne zu tanzen. Ich spüre jeden einzelnen Stein unter meinen Füßen. Ich bin nicht mehr allein. Dein rechter Arm umfasst meine Taille. Die Härchen in meinem Nacken vibrieren. Dein Atem hat sie getroffen.   Du drückst mich ganz fest an dich. Die Schwere deines Körpers verschmilzt mit meinem Leichtsinn. Wortlos flüsterst du mir dein Fühlen. Deine Lippen küssen den letzten Tropfen Wein von meinen.

  • Gesellschaft

    Drogenverherrlichung unter Teenagern, ein Update

    Wir freuen uns: Tally Weijl hat ihr Sortiment noch erweitert! Juhu! Ich durfte noch eine Diskussion zwischen einer Mutter und ihrer geschätzt 14-jährigen Tochter miterleben, die einer Freundin einen Rucksack mit Hanfblattdruck zum Geburtstag schenken wollte. Und anstatt zu sagen: “Nein, Kind, du kannst der Annika doch kein Geschenk machen, das unters Betäubungsmittelgesetz fallen sollte”; sagt sie: “Ja, der sieht echt ganz cool aus.” Ich schaue sie entgeistert an und schüttele den Kopf. Sie fragt mich, ob alles in Ordnung sei und ich ziehe wort- und verständnislos von dannen. Wer einem Teenager Geschenke mit solch einem Aufdruck finanziert, sollte auch die Courage haben, gleich ein Gramm Cannabis mitzuschenken. Hier ein…

  • Berlin

    Berlin ist… bettelnde Obdachlose mit IPhone.

    Berlin ist… wenn deine Obdachlosen vor der Sparkasse sitzen und betteln, während sie mit einem moderneren Smartphone als dem deinen Facebook checken. Ja, mein Handy hat bald das zweite Lebensjahr vollendet und es begibt sich mit riesigen Schritten in Richtung Sterbebett. Gut, es war von Anfang an kein Super-Mega-High-Tech-Luxus-Modell. Aber es hat Tasten und die Strahlungswerte scheinen in Ordnung (sofern so etwas überhaupt als ok eingestuft werden kann).  Jetzt hat aber jeder meiner Obdachlosen ein neueres Modell als ich und bei meinem muss ich den Stecker festhalten, damit es lädt… Ich scheine nicht darum herumzukommen, mir ein neues anzuschaffen. Doch auf der Suche nach einem Handy, das nicht zu 50%…

  • Berlin

    Wer will nicht mit einem riesigen Hanfblatt über den Brüsten durch die Gegend laufen?

    Gut, als Wahlberliner ist man ja quasi morgens, mittags und abends Passivkiffer. Kaum ein Ort, an dem man nicht durch dichte Marihuanaschwaden watet. Gras ist in Berlin normaler und akzeptierter als es sein sollte. Ich habe in den letzten 5 Jahren Berlin nur drei Menschen kennengelernt, die noch nie gekifft haben. Wenn das nicht beängstigend ist. Auf jeden einstündigen Görlitzer Park-Besuch kommen rund zehn Angebote von erschreckend furchteinflößenden Drogendealern. Das kurz zur momentanen Jointsituation unserer Hauptstadt. So nun zog gestern ein Pullover meine Aufmerksamkeit auf sich und mich in den Tally Weijl Shop. Dieser Laden wird ja meist von nicht allzu stilvollen Teeniemädels aufgesucht (wen spricht auch sonst der Slogan…

  • Berlin

    Berlin ist… ein Verkehrschaos.

    Da Kategorien wichtig für unser Gehirn sind, um die ganzen Sinneseindrücke, die jeden Tag auf uns einstürmen, zu verarbeiten, versuche ich mich jetzt auch an so einer Kategorie. Berlin ist… wenn die Ampeln an einer viel befahrenden Kreuzung, die noch von mehreren Straßenbahnen benutzt wird, einfach ausgeschaltet werden, sich ein Krankenwagen mit Martinshorn ankündigt und die verkehrsregelnden Polizisten um Punkt sieben ihre Kelle aus der Hand legen und den Feierabend antreten. Das heißt: was schon zuvor mit den sich zubrüllenden Beamten in Neonfarbe nicht funktionierte, bricht nun vollends in sich zusammen und einfach alle fahren los, um sich dann in der Mitte der Kreuzung zu begegnen. von Fridolin freudenfett (Peter…

  • Berlin

    Einmal District Môt und zurück zum Geheimtipp-Vietnamesen um die Ecke. Eine Abhandlung darüber, wie schlecht ein Restaurant sein kann.

    Franziska frönt ja dem Leben. Allerdings durfte ich diese Woche ein „Restaurant“ entdecken, das einem normal gut gelaunten Menschen die Stimmung verhageln würde. Für den typischen Berliner Miesepeter bietet es allerdings den wundervollen Nährboden neuer Meckereien. Hier meine Inspiration. Das District Môt Quelle: tinypic.com Ein Restaurant in Berlin Mitte, das sich Saigon Street Food auf die Fahnen geschrieben hat. Gut, ich war nie in Saigon, aber eröffnet man eine Gastronomie in Deutschland, erwarte ich auch eine gewisse Anpassung an die örtlichen Gepflogenheiten. Nennt mich spießig, aber ich finde nicht, dass Toilettenpapier eine vernünftige Alternative zu Servietten sein kann. Nicht in einem Restaurant und auch nicht um es seinen Gästen am…

  • Liebe

    Manchmal möchte ich mit Cocktailtomaten werfen. Für so eine schlechte Darbietung.

    Langeweile ist eigentlich nicht mein Metier. Abgesehen von teilweise sinnentleerten Vorlesungen gibt es diesen einen Moment, in dem sich nervöse Genervtheit in mir ausbreitet. Wenn ein Mann nach dem „Ich heiße…, Ich studiere… Ich wohne in…“ Geplänkel seinen ersten Satz verlauten lässt. Langweilen können Frauen zwar auch gut, aber mit denen, setze ich mich ja nicht so häufig auseinander. Ich werde jetzt kein Mitleid heucheln und sagen, dass Männer es ja auch nicht leicht haben. Denn eigentlich ist es sehr einfach, würden einige nur ein wenig mehr Zeit in Charakterbildung stecken. Manchmal bin ich selbst darüber erschrocken, dass ich an einem Mann innerhalb eines Satzes völlig das Interesse verliere. Haben…

  • Gesellschaft

    Liliana reißt sich “den Hintern auf”. Das glaube ich ihr sogar.

    Manchmal wünschte ich mir, ich hätte das selbe lockere Verhältnis zum Anstand wie Frau Liliana M. Denn, so wie es scheint, kommt man damit sehr, sehr weit und hoch hinaus. Da sie eigentlich nichts kann, was ihre Popularität rechtfertigen würde, liegt ein Verdacht doch sehr nahe: sie macht für die richtigen Männer die Beine so breit, dass nur ihre Silikonimplantate die Sicht in das leere Köpfchen versperren. Und dann heißt es: Liliana hat alles richtig gemacht. Tschüß Emanzipation. Prostituiert euch um zu Rang und Namen zu gelangen. Sell your sex and get famous. Eine Devise, die einen doch gleich zum Rollkragenpulloverkauf animiert. Natürlich wird sie aber als toughe Geschäftsfrau verkauft. …

  • Gesellschaft,  Liebe

    Das Beste im Leben haben diese Werberedakteure wohl noch nie erlebt

    Seit einigen Wochen flimmert eine Reklame über die heimischen TV-Geräte, die mich gelinde gesagt fuchsteufelswild macht. Man sieht ein verliebtes Pärchen. Beide sind sie einigermaßen attraktiv. Sie schmiegt sich sanft an und umarmt ihn. Mit einem hoffnungsvollen Blick fragt sie ihn, an was er denke. Gut, klassische Frage. Diese Situation wurde bestimmt schon hunderte Male in Sketchen durch den Kakao gezogen. Genauso althergebracht ist auch die Antwort ihres „Liebsten“: „An das wertvollste, was ich habe“. Sie strahlt und lässt sich zurück ins Bett fallen. Bis dahin ja alles in Ordnung. Doch dann haben sich zwei findige Werberedakteure gedacht: „Wär’ doch voll lustig, wenn wir dann einen Schwenk auf ein Cabrio…

  • Liebe

    I found my love in Portofino

    Ein wunderschönes kleines Filmchen für die doch etwas dunkle Jahreszeit. Gedacht ist es als Werbeclip von Dior. Allerdings taugt es besser als schnelle Aufheiterungstaktik bei dem trüben Wetter dort vor unseren Fenstern. Ich war erst einmal in Italien und so sagenhaft hat es mir nicht gefallen. Da muss ich ehrlich sein. Aber dieser Kurzfilm verleitet mich doch dazu unbedingt dort einmal hinfahren zu wollen. Ich möchte auch auf einem Motorboot unter sengender Sonne küssen. Mit mondänem Hut und dem Liebsten im Arm. Falls Dior mir die Garderobe stellen möchte: Ich inszeniere auch gut und schreibe mit Sixtiesfrisur an der Schreibmaschine die schönsten Momente auf!