Der Kleidergrößen-Irrsinn.

Ich liebe Cubus. Tolle Schnitte, gute Materialien, greifen Trends skandinavisch auf und, sehr wichtig, haben eine humane Größenpolitik.

Meine Lieblingsjeans stammt von Cubus. Der Sitz ist einmalig, sie ist bequem, schmeichelt der Figur und kostet kein Vermögen. Deshalb habe ich mir die gleiche Jeans nochmal online bestellt, nur eben in verschiedenen Farben.

Schwer atmend wirft mir der UPS-Bote das Paket entgegen und wünscht mir noch einen schönen Tag. Erst einmal ist die Freude groß, dass mein Paket den Weg zu mir auch wirklich gefunden hat und ich nicht in die wildesten Paketshops der Stadt reisen muss. Also flux Plastiktütchen aufgerissen und die virtuell anvisierte Beute begutachten. Die erste Jeans ist so miniature, dass ich das Etikett untersuche, ob ich vielleicht keine Jeansgrößen 32 sondern eine Size-Zero-32 zugeschickt bekommen habe. Aber nein, hat alles seine Ordnung.

Man muss dazu sagen, dass ich mir HIGH-Waist-Jeans bestellt hatte.

Ich sag mal nix, ich zeig mal lieber ein Foto.

 

Ich meine, ich erwarte keine hundertprozentige Übereinstimmung von dem selben Modell. Die Stoffe unterschieden sich natürlich und dadurch verändert sich auch die Passform. Aber so Pi mal Daumen dürfte da schon eine Überschneidung in Schnitt und Tragekomfort bestehen.

Das macht es doch alles noch schwieriger als es eh schon ist. Ich trage von Größe 38 bis 46 alles. Wenn ich in meinen Kleiderschrank schaue müsste ich konfektionsgrößentechnisch einen Mittelwert bilden.

Und dann bestellt man notgedrungen in Online Shops, da im stationären Handel bei Größe 40 / 42 Sense ist und man bei dem kostenlosen Größenaufschlag dann locker statt einer 42 eine 46 trägt.

Also führt einen der Weg wieder in die heiligen Hallen des World Wide Webs. Aber dann stehe ich in Klamotten da, deren Größen- und Schnittvorstellungen jenseits von Gut und Böse liegen. Daran kann doch eigentlich auch niemandem gelegen sein. Die Shops kostet es Unmengen an Liefergebühren, mich kostet es meine Nerven und Zeit und die Umwelt wird auch völlig ohne Sinn und Verstand belastet.

Also: Bitte! Ich möchte mich jedenfalls ansatzweise auf das Größenetikett verlassen können! Sonst kann ich mir demnächst auch einen 36 bestellen. Da weiß ich jedenfalls dass sie mir nicht passt und kann mir wenigstens das Stirnrunzeln sparen.

Aber eines zeigt das Ganze dann doch: Konfektionsgrößen sind heutzutage nur noch eine Illusion. Es ist eine Zahl. Und selbst die ist nicht konsequent zu Ende gedacht. Lasst kein Größenetikett auf der Welt eure Stimmung in den Keller locken. Tanze lieber im Sonnenlicht, egal ob du gerade 38 oder 46 trägst.

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1 Kommentar

  1. Wahrscheinlich wurde in unterschiedlichen Nähereien und vielleicht sogar in unterschiedlichen Ländern produziert. In Asien sind die Menschen klein, so klein… Da geriet eine EUR 46 schon einmal zu einer EUR 36. Aber da muss natürlich der Vertreiber ein Auge darauf haben und Kontrollen mit europäischen Standards durchführen. Ansonsten wird der Irrsinn weiter gehen…

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