#ImNoAngel ? Doch! Aber mit Busen und einem runden Po!

Diese wirklich erotische Kampagne von
Lane Bryant ist natürlich, frei, lebensfroh und auf das Wesentliche reduziert. 
” I’m no
angel ” feiert keine hyperaktiven Windspiele, die durch den mit
Orangensaft getränkten Wattebausch auf der Zuckerwelle der
aufgedrehten Girliness schwimmen. Nein, hier sind Frauen in
schwarzweiß zu sehen, die sich morgens auch mal die Vollfettbutter
aufs Brötchen streichen. Die nicht um jeden Zentimeter des
Tortenstücks feilschen und sich auch nicht den Parmesan auf der
Pasta versagen. 
Diese wunderschönen Frauen mit ihren wunderschönen
Körpern tragen wirklich schöne Dessous. Und die Welt berichtet
darüber. Als wäre es eine Sensation. Die Presse schreibt Dinge wie:
„trotz Makel“, „… auch ohne perfekten Body“ und „… sie
sind trotzdem sexy“.
Ein tiefes Seufzen entflieht meinem
genervten Ich. Nun haben wir diese augenschmeichelnde, sehr
ästhetische Werbung auf unseren Bildschirmen und lernen schon wieder
nichts daraus. Diese Frauen werden mit wenn und aber betrachtet.
Wieder wird quasi in die Welt hinausgerufen: „Es ist ok einen Bauch
zu haben, aber denk ja nicht, dass das gut oder gar perfekt sei! Nein!
Man muss dich immer im Vergleich zu den viel hübscheren, da
schlankeren Mädchen sehen! So wie du bist, das ist nicht super! Es
ist in Ordnung und wir nehmen jetzt am Rande Notiz von dir!
“ Man
müsse „Mut“ haben, sich mit solch einem Körper zu zeigen,
„Respekt dafür“…..
Es ist eine Frechheit, zu sagen, dass
diese Frauen eindeutig gegen den perfekten Körper protestieren.
Damit wird doch wieder nur propagiert, dass dieser Körper nicht der
perfekte ist, sonder der dieser Victoria’s Secret Fliegengewichte. 
Ein Körper, dem man ansieht, dass er liebevoll behandelt wird, ist
ein schöner Körper. Ein Körper, gegen den man permanent
ankämpft, damit er Maßen entspricht, die eine 12-Jährige in der
Wachstumsphase hat, nicht.
Diese niederträchtigen Lobeshymnen der
Beauty- und Lifestyle-Redakteurinnen, wie schön es sei, dass sich
nun auch diese dicken Randgruppen als sexy bezeichnen dürfen, sind
schlimmer, als einfach die gemachten B-Körbchen vor den Kameras der
Bikini-Industrie hüppeln zu lassen.

Es ist eine schöne Werbung mit schönen
Frauen, die anderen schönen Frauen schöne Dessous zeigen.
Selbstsichere Frauen, die lieber ihr volles Dekolleté als ihre
Rippen zeigen.  
Dieser Spot punktet mit Erotik, statt vulgär ein Mikrohöschen durch den Sand zu rollen. Diese Frauen dürfen Frauen sein und werden nicht zu Superheldinnen in Zweiteilern. 
#IMNOANGEL spricht Frauen an, die sich sexy und in ihrer Haut wohlfühlen wollen. Victoria’s Secret erfüllt die alltagstaugliche Halbpornographie für Männer. 
Und ehrlich: Ich habe hier den Büstenhalter an, also entscheide auch ich mein Frauenbild. Und das wackelt nicht Lippen leckend und quasi unbekleidet an einer Kamera vorbei.-
 

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