Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da!

Endlich ist Herbst!

Ja ich weiß, fast alle unter euch lieben den Sommer. Ich mag ihn ja auch. Allerdings nur in einer sehr speziellen Konfiguration: nämlich nichts tun müssen, am Strand liegen und wahlweise Fischbrötchen oder Paella essen.

Aber jetzt ist Herbst. Brausende Winde, buntgefärbte Blätter spielen raschelnd in den Baumkronen miteinander. Man kann aus den frisch geernteten Äpfeln fantastische, zimtige Kuchen backen und die Glätte der gesammelten Kastanien bewundern.

Gerade in Berlin ist der Herbst eine willkommene Jahreszeit für mich. Der Grunewald ist unbeschreiblich schön in diesen Wochen. Das Laub häuft sich zwischen feuchten Baumstämmen, die Sonne kitzelt mit letzter Kraft die Spitze meiner Nase. Kleine Pilze wachsen auf bemoostem Holz und die klamme Luft erzählt vom letzten Regenguss. Am Wegesrand bietet ein Strauch seine Früchte feil und das Eichhörnchen huscht in nicht allzu ferner Distanz an mir vorbei.

Diese kühle Stille, die ungewohnte Einsamkeit. Einfach einmal durchatmen können. Einfach einmal stehen bleiben können. Klingt verrückt, aber das ist nicht so leicht, wenn man in Berlin Mitte wohnt. Da kann man nicht so mir nichts dir nichts stehen bleiben. Hier gibt es keinen Stillstand, hier läuft alles ungeachtet von Mensch und Situation weiter.

Es ist so herrlich befreiend über den matschigen Waldboden zu spazieren und den Specht bei seiner Arbeit zu belauschen. Ein Nachmittag im Wald ist 100 Mal entspannender als jeder Saunabesuch. Hier kann ich der Enge der Großstadt entfliehen. Nicht mit jedem Fingerzeig, den ich mache berühre ich fünf Menschen. Hier kann ich banale Dinge machen, die mir in der Innenstadt unmöglich sind. Und sind sie noch so banal, wie einfach einmal stehen zu bleiben.

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