Die Flitzpiepe mit dem Döner in der Hand und dem Liter Wodka im Magen, bitte in den letzten Waggon!

Natürlich lebt das wundervolle Berlin mit über 10 Milliarden Euro Einnahmen vom florierenden Tourismus. Er schafft Arbeitsplätze und bietet auch den Berlinern ein breites Spektrum an Möglichkeiten seine Freizeit zu gestalten.
von Dirk Vorderstraße , via Wikimedia Commons
Doch wenn man sich am Wochenende nach 23 Uhr mit der Bahn durch Berlin bewegt, wird einem eines klar: Berlin ist für viele da, um über die Stränge schlagen zu dürfen. Frei nach dem alltbekannten Motto: Was in Berlin passiert, bleibt auch in Berlin. Damit sind leider nicht nur die Liebschaften mit den vergessenen Vornamen gemeint, sondern auch so mancher touristische Mageninhalt.

Denn dieser wird häufig an einem gut besuchten U-Bahnhof wahlweise im Halbschlaf oder während des Fallens geleert. Der Tourist tritt am Montag die Heimreise an. Ich hingegen darf am Wochenanfang über besagten Mageninhalt steigen, um in meine Bahn gen Universität zu gelangen. Warum sich Menschen so hoffnungslos bis zur Besinnungslosigkeit betrinken müssen, ist mir ein gut gehütetes Rätsel. Mir ginge es gegen meinen Stolz mich in der Öffentlichkeit so gehen zu lassen. Natürlich gilt das nicht nur für Touristen. Auch in Berlin Lebende benutzen unsere Hauptstadt als einen höflichkeitsfreien Raum. Dort wird an der jungen Mutter mit dem Kinderwagen nur schnell die Treppe hochgehastet, um ja nicht gefragt zu werden, ob man eine helfende Hand hat. Hier lässt man einfach den Wegwerfgrill nach dem nächtlichen Saufgelage im Park liegen und seine Bullterrier über die Wiese und die dort krabbelnden Babys wetzen.

Ich bin es so leid diese Ignoranz zu ertragen. Ich mag nicht mehr zu pöbelnden Volltrunkenen nett und freundlich sein, nur um einer für mich schlecht endenden Konfrontation aus dem Weg zu gehen.
Auf Dauer scheint es nur zwei Lösungen zu geben: Entweder verzichte ich auf mein Glas Wein, weil andere den Umgang mit ihm nicht gelernt haben und fahre Auto oder ich nehme mir jedes einzelne Mal ein Taxi.
Andererseits wäre eine Unterteilung des Zuges in Waggons für nüchterne Menschen mit sensiblem Geruchssinn und Personen mit lockerem Umgang zur Wodka-E-Döner-Kombination auch ein Ansatz.

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