Gesellschaft

Der Mensch ist einfach zu feige um allein gemein zu sein.

Vox launchte „Das perkte Dinner“.
Vox erkannte: ein Wettstreit zwischen mehreren Personen heizt den
Voyeurismus des Zuschauers derart an, dass man damit gute Quoten
einfährt.
Also rief Vox eine weitere Show ins
Leben: Shopping Queen. Im Januar 2012 kam das Sendungsbaby mit seinem
alleinerziehenden Pflegevater Guido Maria Kretschmer auf die Welt.
Und seit seiner Geburt, ist die kleine Shopping Queen der
Klassenliebling. Irrsinnigerweise blieb sie von feministischem
Mobbing fast verschont und entwickelte sich zu einer jungen Dame mit
verschiedenen Facetten, sodass es ihr nicht schwer fiel auch mal ihre
testosterongeladene oder C-prominente Seite zu zeigen.
Quelle: Vox
Doch Shopping
Queen ist auch Sozialexperiment: hier werden fünf völlig
unterschiedliche Personen und Persönlichkeiten, die sich bis dato
fremd waren in eine unbekannte Wohnung gesteckt. Und meistens geht
dieses Experiment auch gut und neue „Freundschaften“ entstehen.
Auf jeden Fall vor der Kamera. Allerdings finde ich es tatsächlich
erstaunlich, dass so selten der Zickenkrieg ausbricht, die
Stutenbissigkeit Überhand gewinnt und sich die „Puppen“ nicht
zeternd im fremden Kleidchen durch die Wohnung schubsen. Entweder
werden alle diese apokalyptischen Szenen von der Produktion im
Nachhinein herausgeschnitten oder die Mädels reißen sich alle
wahnsinnig zusammen. Was wirklich einen enormen Kraftakt bedeuten
muss, da ich leider schon an den eigenen Haaren erfahren musste, wie
es ist, wenn zickende Ziegen an ihnen ziehen.
Quelle: Vox
Jetzt hat Vox mir aber einen Wink
gegeben: der Stutenkampf scheint nur nicht auszubrechen, weil die
Frauen auf sich allein gestellt sind, und keine Vertrauensperson
haben, die ihnen das Selbstbewusstsein schenkt Gemeinheiten
auszupacken! Denn in der neuen Doku-Reihe „Mein himmlisches Hotel“,
in der vier Hotelier-Paare sich gegenseitig bewerten, sieht die Sache
schon ganz anders aus. Gönnen sich die Pärchen nicht das Schwarze
unter den Fingernägeln und finden Staub an Orten, an denen auch ich
noch nie geputzt habe. Oder hängt einer von euch diese 5 cm tiefen
Fehlkonstruktionen von der Wand, um die Flimmerkiste auch rückseitig
zu säubern? In der Sendung wird gemosert und gemeckert und den
Konkurrenten die Butter vom Brot geleckt. Als ob der simple Umstand
einen Kumpanen an seiner Seite zu wissen, die gemeinen Untiefen der
einzelnen Bewerber offenbart.
Für meinen Geschmack nimmt diese
absolute negative Grundeinstellung, die im Laufe der Woche immer
stärker zunimmt den Reiz und das Amusement der Sendung.

von Michael Becker (taken by Michael Becker)
Denn ein paar weniger Fahndungen nach
entlaufenen Staubmäusen unter Boxspringbetten würden der Sendung
mehr spielerischen Charme verleihen.  

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