Das Beste im Leben haben diese Werberedakteure wohl noch nie erlebt

Seit einigen Wochen flimmert eine
Reklame über die heimischen TV-Geräte, die mich gelinde gesagt
fuchsteufelswild macht. Man sieht ein verliebtes Pärchen. Beide sind
sie einigermaßen attraktiv. Sie schmiegt sich sanft an und umarmt
ihn. Mit einem hoffnungsvollen Blick fragt sie ihn, an was er denke.
Gut, klassische Frage. Diese Situation wurde bestimmt schon hunderte
Male in Sketchen durch den Kakao gezogen. Genauso althergebracht ist
auch die Antwort ihres „Liebsten“: „An das wertvollste, was ich
habe“. Sie strahlt und lässt sich zurück ins Bett fallen. Bis
dahin ja alles in Ordnung. Doch dann haben sich zwei findige
Werberedakteure gedacht: „Wär’ doch voll lustig, wenn wir dann
einen Schwenk auf ein Cabrio machen! Soll die Alte mal ruhig denken,
sie sei für ihn am wichtigsten. Wissen wir doch alle, dass das nicht
stimmt!“
Das ist nicht lustig. Es ist
diskriminierend. Ich bin keine Oberfeministin. Ich erleide keinen
Herzschlag, wenn ein Dozent sein Wort an „Liebe Studenten,…“
richtet und den männlichen Plural als allgemeingültig auslegt. Aber
ich bin dagegen, dass mit Gefühlen gespielt wird. Und vor allem,
wenn man sich dann auch noch über die Frau lustig macht. Klar, sind
das Schauspieler. Aber diese öffentliche Erniedrigung der Figur
einer verliebten Frau ist mehr als widerwärtig. Es ist absolut
gemein.
Zum Schluss wird dann noch eine, wohl
nach sprühendem Testosteron klingen sollende E-Gitarre eingespielt.
Das soll wohl Zielgruppenwerbung sein. Doch jeden Mann, den diese
Werbung wirklich amüsiert, möchte ich auf den Fuß treten und
sagen, dass er ein idiotischer Macho-Vollpfosten ist.
Alle haben sich über diese relativ
stillose Werbung voller Silikonkissen, welche an unterernährten
Körpern angeklebt waren, aufgeregt. Das war ja purer Feminismus im
Gegensatz zu diesem Werbespot. 

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