Berlin, mach mich nicht mürbe…

Berlin, Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten gaukelst du uns vor. 
Sei jung, wild und frei! Sei Berlin! Auch wenn du schon 43 bist. 
Du lässt mich erlahmen. Du machst mich mürbe. 
 
Dein Lieblings-Lokal wechselt abrupt den Besitzer, die Sour Creme von Block House ist laut deiner Rewe-Mitarbeiterin nur ein Sommerprodukt. Und das abgefahrene Street-Food-Mobil steht mal wieder an einem völlig unerreichbaren Ort. 
Du hast die Wahl: quälst du dich eine Stunde lang 10 km mit dem Auto durch die Stadt oder nimmst du die chronisch überfüllte S-Bahn. Hier blüht dir entweder eine in dein Gesicht gedrückte, bestimmt nicht frisch gewaschene Achsel oder der gut getarnte Mate-See auf dem letzten freien Sitzplatz.  
Wenn nicht der zugedrogte Hallodri mitten auf dem Gehweg einpennt oder der aufgeschwemmte Alkoholiker von der Parkbank kachelt, begegnet dir bestimmt der eine Obdachlose, der so gern seine Geschäfte auf dem Bahnsteig verrichtet. 

wikimedia.commons


 
Berlin, ich bin eine Quasseltasche, aber du schaffst mich und dass ich manchmal verstummt den Kopf schüttele. Dann will ich mich nur noch ins Bett legen, die Decke über meinen wummernden Kopf ziehen und von Gänseblümchen träumen. 

 

Doch dann haut der verrückte Nachbar unter mir auf den Gong und das Kind obendrüber spielt krakeelend Basketball.

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