Die Verwirrung, Scham und der Stolz eine Frau zu sein – Lykke Li singt wieder

Lykke Li beweist uns, dass Kunst seine Zeit benötigt. Diesen in 5 Minuten hingeklierten Pappalben  à la Christina Aguilera und Rihanna, die im Jahresrhythmus ihren neuen Platz in den Charts finden, aber genauso schnell auch wieder vergessen werden, bin ich einfach überdrüssig.Es wird alles daran gesetzt, soviel Geld wie möglich aus den Beyoncé-Eseln zu melken, dass die Bedeutung der einzelnen Alben völlig verliert.Ich würde nie eines dieser Alben, als eine besondere oder gar meine Lieblingsplatte bezeichnen. von michell zappa from São Paulo, Brazil (Lykke Li @ Paradiso) [CC-BY-SA-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons Aber Lykke Li fasziniert mich immer wieder aufs neue. Aber nicht auf eine “Ich spring mal auf den Independent-Music Hipster Zug in den ewigen Jutebeutel auf” – Weise. Diese Verstümmelung eines Liedes in Form des Remixes, welcher zur […]

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Ein Hoffnungsgedanke gen Sommer.

Ich bin im Juli. Vielleicht auch August. Die Nacht hüllt die Stadt in ihr Kleid aus sterbender Hitze. Unter glühend roten Lampions und Reben voller Trauben summt die Musik. Ich beginne zu tanzen. Ich spüre jeden einzelnen Stein unter meinen Füßen. Ich bin nicht mehr allein. Dein rechter Arm umfasst meine Taille. Die Härchen in meinem Nacken vibrieren. Dein Atem hat sie getroffen. Du drückst mich ganz fest an dich. Die Schwere deines Körpers verschmilzt mit meinem Leichtsinn. Wortlos flüsterst du mir dein Fühlen. Deine Lippen küssen den letzten Tropfen Wein von meinen.

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Katy hat ein Bauchtäschchen. Und einen Stylisten mit gespaltener Modepersönlichkeit.

Katy Perry bei The Voice of Germany. Ja, ein erfolgreicher Amerikaner tritt auf einer Deutschen Bühne auf. Nur so eine Anmerkung: Nur weil etwas aus den USA importiert wird, ist es nicht gleich besser, als etwas aus heimischen Gefilden. Viele unserer Künstler haben nämlich schon mal das Wort Authentizität gehört. Ohne alles krampfhaft daran zu setzen authentisch zu sein. (Das machen unsere lieben Sternchen aus Übersee nämlich immer, in dem sie komplett überstylt in einem Interview davon berichten, sie trügen auf ihrem Sofa nur Jogginghosen.) Wenn man einen outfittechnischen Imagewechsel innerhalb von zwei Stunden vollzieht, ist so weit entfernt von Ehrlichkeit wie das Chinesische vom Finnischen. Sie eröffnet die Show als sternschnuppiges Porzellanpüppchen mit schneeweißem Blütenbouquet auf der Stirn. Gefällt mir. Um dann als eine Grufti/Grunge Version der Clueless Mädels […]

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Brief an den Adel

Lieber Adel, (nein, das wird keine Kritik zum Thema Aristokratie) ich zolle dir meinen Respekt für deine Chartplatzierungen. Wie schaffst du es nur, den Hörern so den Verstand zu vernebeln, dass sie den Sinn hinter deinen Texten nicht hinterfragen? Deine Liedtexte hingen schon zu Zeiten als Duo wie nasse Waschlappen schlaff an einer Leine: triefend vor leeren Worthülsen, selbstmitleidig und von revolutionärem Gedankengut war auch nichts in Sicht. Einfach so viele hübsche Phrasen aneinander zu reihen, damit niemandem auffällt, dass die ganze Chose gar keinen Sinn ergibt, ist schon eine Leistung. Aber keine für die ich dir meine Bewunderung ausspreche. Ja, du warst ein wenig wie ein depressiver und vom Weltschmerz zerfressender Xavier Naidoo. Jetzt frage ich mich nur: wie konntest du auch noch einen drauf setzen, und schlicht Liedtitel […]

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Nichts für zart besaitete Gemüter – Die „Revolution” der Volksmusik

Ja, es passiert mir schon häufiger, dass ein Lied oder ein Video (oder beides in Kombination) mich so in Schockstarre versetzt, dass es mir unmöglich wird das kleine rote Kreuz oben rechts in der Ecke zu drücken. Aber was um Himmels Willen ist denn das bitte? Die Werbung teilte mir mit, dass diese Herren die Volksmusik revolutionieren wollen (wollten das nicht schon so viele?) . Ehrlich gesagt revolutionieren sie nur die Schmerzgrenze, mit welcher man an diese Musikrichtung eh schon gehen muss. Nur ganz hartgesottene halten diese fast dreiminütige Folter aus. Die anderen Hupfdohlen haben jedenfalls dahingehend noch ihre Daseinsberechtigung, indem sie einsamen oder betrunkenen Mittvierzigern eine heile Welt vorgaukeln. DAS macht irgendwie noch Sinn, wenn es manchen Menschen Freude macht (auch wenn die Freude nur auf ironischen Gelächter beruhte). […]

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