• Gedicht

    Das Glück

    Ich dachte stets Meine Bestimmung sei nicht das Glück Dachte stets ich würde diesen Zustand nie kennen Doch jetzt wo du bei mir liegst gegenüber von mir sitzt und hinter mir stehst. Ist es da. Franziska Runge

  • Mode

    Das Grauen der Kindheit kehrt zurück

    Es begab sich zu einer Zeit, da nahte die Jahrtausendwende. Scharen von Grundschülern diskutieren hitzig mit ihren Eltern. Der Streitpunkt: Der Turnbeutel. Millionen von Kindern wollen nicht weiter von der Gesellschaft für dieses hässliche und unbequeme Ungetüm von Transportsäckchen geächtet werden. Denn wenn schon ein Paar Kinderturnschuhe der Größe 35 dieses Ding der Scheußlichkeit fast zum zerbersten bringen, kann man schwerlich von einem Raumwunder sprechen. Also kämpfte meine Generation standhaft und voller Hass gegen diese zwei Lappen Stoff zwischen zwei Schnüren. Was liegt dann wohl näher, als ein einige Jahre später den Turnbeutel neu aufzulegen und ihn als das Must-Have zu verkaufen? Ich musste den Anblick zwar schon öfter an…

  • Weihnachten

    Leiser Winter

    Wann ist denn der Winter gekommen? Er scheint sich heimlich angeschlichen zu haben, als ich dem Färben der Blätter zusah. Es dunkelt früher. Bin noch zu sehr in meinem Spätsommer, als Schneeflocken begrüßen zu können. Meine Hände mögen sich noch nicht an ihre Schuhe gewöhnen. Mein Nacken möchte den lauen Hauch des goldenen Herbstes spüren. Meine Stirn sehnt sich nach dem Kuss der vibrierenden Septembersonne.

  • Weihnachten

    Kaminwarmes Liebeslied

    Es knistert. Leise und mit Bedacht verschmelzen Flamme und Holz miteinander. Ein leidenschaftliches Liebesspiel, welches nur den Tod der beiden bedeuten kann. Das Holz gibt langsam auf und zerfällt in Ruß und stillem Kummer. Die Flamme vermisst es so sehr, dass sie ihm folgen muss. Und nun wärmt mir nur noch die letzte Glut meine Nasenspitze. 

  • Gesellschaft

    Einsilbig geht der Stress zu Grunde

    Die Luft ist kalt. Sie ist frisch und spricht vom Eis. Ein Blatt fällt. Ein Blatt folgt. Die Luft klärt den Kopf vom Wust des Tags. Sie prallt auf Hals, Arm, Hand und Stirn. Der Stress löst sich auf. Er fällt von mir ab und liegt jetzt dort auf dem Blatt, das grad gen Boden fiel. Ich schau ihn mir an. Blank und nackt liegt er da. Fast grotesk sieht er aus. Ich lass ihn dort. Heut ist der Tag, an dem der Stress stirbt. Bis dann heißt heut: Bis nie, Stress.